Die Wahl unserer Ernährung hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesundheit, sondern auch auf die Umwelt. Aber was genau heißt das? Und welche Rolle spielt der ökologische Fußabdruck? Im Rahmen dieses Artikels werden wir uns einige Umweltauswirkungen angucken, die mit der Wahl der Ernährung in Zusammenhang stehen.
Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks
Die vegane Ernährung hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, insbesondere wegen ihrer positiven Auswirkungen auf die Umwelt. Ein bedeutender Beitrag zur Umwelt entsteht durch die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks. Der ökologische Fußabdruck misst den Einfluss menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt, basierend auf benötigten Ressourcen wie Land und Wasser.
Die wesentlichen Einflussfaktoren sind: Energieverbrauch, Ernährung, Transport, Wohnraum, Konsumverhalten, Abfall, Wasserverbrauch und Landnutzung. Er wird in globalen Hektar gemessen und zeigt, ob unser Verbrauch die Erde überstrapaziert oder nachhaltig ist. Ein kleinerer Fußabdruck bedeutet weniger Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen, im Einklang mit Nachhaltigkeit. Deinen eigenen ökologischen Fußabdruck kannst du über verschiedenen Internetseiten berechnen, z.B. hier.
Die Tierhaltung trägt weltweit etwa 14,5% zum CO2-Ausstoß bei. Dieser Anteil umfasst Emissionen aus Bereichen wie Methan (aus Verdauungsprozessen von Tieren), Lachgas (aus Düngemitteln) und direkte Verbrennung von Biomasse. Durch den Verzicht auf tierische Produkte lassen sich diese negativen Auswirkungen minimieren. Inwiefern deine Essgewohnheiten auch einen Einfluss das Tierwohl haben können, darüber haben wir hier geschrieben.
Wassereinsparung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wassereinsparung. Tierische Landwirtschaft erfordert beträchtliche Mengen Wasser, sei es für die Bewässerung von Feldern oder für den Trinkwasserbedarf der Tiere. Im Durchschnitt benötigt die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch etwa 15.000 Liter Wasser, während die Herstellung eines Kilogramms Weizen nur etwa 1.000 Liter erfordert. Die Wassereinsparung bei einer veganen Ernährung ist also beträchtlich. Zum Vergleich: Für ein Kilogramm Äpfel werden etwa 700 Liter Wasser benötigt, für ein Kilogramm Reis rund 2.500 Liter. Diese Zahlen verdeutlichen, wie sehr die Tierhaltung die Wasserressourcen beansprucht. Bei einer wachsenden Weltbevölkerung und begrenzten Wasserquellen ist die Reduzierung des Wasserverbrauchs von entscheidender Bedeutung. Bei einer veganen Ernährung werden diese Wasserressourcen erheblich geschont.
Schutz der Biodiversität

Die Umstellung auf eine vegane Ernährung kann auch zum Schutz der Biodiversität beitragen. Der Anbau von Futtermitteln für Nutztiere geht oft mit intensiver Landnutzung einher, die Lebensräume zerstören kann. Laut der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen werden weltweit rund 80% der landwirtschaftlichen Nutzflächen für Viehfutter verwendet.
Die Ausmaße dieser Praxis sind besorgniserregend: Jedes Jahr werden Millionen von Hektar Wald gerodet, um Platz für den Anbau von Soja, Mais, Getreide und anderen Futtermitteln zu schaffen. In Ländern wie Brasilien, wo große Flächen Regenwald gerodet werden, um Platz für Sojaplantagen zu machen, sind die Umweltauswirkungen besonders dramatisch. Eine Studie des World Resources Institute (WRI) zeigte, dass zwischen 2001 und 2015 allein in Brasilien mehr als 5 Millionen Hektar Wald für Sojaplantagen gerodet wurden. Diese Rodungen tragen zur Zerstörung von Lebensräumen bei und setzen große Mengen an CO2 frei, was den Klimawandel weiter anheizt.
Um diese Auswirkungen zu minimieren, ist es wichtig, alternative Methoden der Tierfütterung zu erkunden und nachhaltige Landwirtschaftspraktiken zu fördern. Eine pflanzliche Ernährung kann dazu beitragen, den Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen für Futtermittel zu verringern und somit die negativen Umweltauswirkungen reduzieren.
Verringerte Luftbelastung
In der Nutztierhaltung treten verschiedene klimaschädliche Gase aus, die den Treibhausgaseffekt verstärken. Wie genau der Treibhausgaseffekt funktioniert, erfährst du z.B. hier bei myclimate. Die prominentesten Gase sind Methan (CH4) und Lachgas (N2O). In Deutschland entsteht Methan vor allem in der Land- und Forstwirtschaft, insbesondere bei der Massentierhaltung. Weitere Quelle sind Klärwerke und Mülldeponien. Lachgas wiederum entsteht immer dann, wenn Mikroorganismen stickstoffhaltige Verbindungen im Boden abbauen. Es gelangt also über stickstoffhaltigen Dünger und die Massentierhaltung in die Atmosphäre. Beide Gase besitzen die physikalische Eigenschaft, langwellige, von der Erdoberfläche abgegebene Wärmestrahlung aufzunehmen und abzugeben. Ein Teil dieser Strahlung wird dabei zur Erdoberfläche zurückgesandt und bewirkt dadurch eine höhere Temperatur.
Sowohl Methan als auch Lachgas tragen also zum Treibhauseffekt bei, der die Erde erwärmt und Klimaveränderungen verursacht. Durch die intensive Nutztierhaltung steigt die Menge dieser Gase in der Atmosphäre, was wiederum zu einem beschleunigten Anstieg der globalen Temperaturen führt. Die Verringerung der Tierhaltung und der Konsum tierischer Produkte kann dazu beitragen, die Freisetzung dieser Gase zu reduzieren und den Treibhauseffekt abzumildern.
Fazit
Die Umweltauswirkungen durch unsere Ernährung sind vielfältig und bedeutsam. Durch Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks, Wassereinsparung, den Schutz der Biodiversität und die Verringerung der Luftbelastung kann eine pflanzliche Ernährung einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten.
